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Entscheide nach
Gleichstellungsgesetz
 

Neuigkeiten

    Die eigenen Rechte kennen: neuer Ratgeber zum Gleichstellungsgesetz

    Neu gibt es einen deutschsprachigen "kantonsunabhängigen" Ratgeber. Er wendet sich nicht nur an Arbeitnehmende; auch Personalverbände, Rechtsberatungsstellen, Anwältinnen und Anwälte oder Gewerkschaften finden darin hilfreiche Informationen, wenn sie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem Verfahren nach Gleichstellungsgesetz beraten oder unterstützen.
    Der Ratgeber gibt einen umfassenden Überblick über die Rechte von Arbeitnehmenden gemäss Gleichstellungsgesetz und verweist für kantonale Besonderheiten auf die Dokumentation der Verfahrensabläufe der jeweiligen Kantone auf der Website www.gleichstellungsgesetz.ch. Der Ratgeber erläutert alle Anwendungsbereiche des Gesetzes anhand von Beispielen und gibt Tipps zum konkreten Vorgehen, falls Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts vermuten.
     
    www.gleichstellungsgesetz.ch und der "kantonsunabhängige" deutschsprachige Ratgeber zum Gleichstellungsgesetz sind ein Kooperationsprojekt aller Deutschschweizer Fachstellen für Gleichstellung. Kantonsspezifische deutschsprachige Ratgaber liegen für die Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Luzern, Wallis und Zürich vor.
     
    Medienmitteilung
    kantonsunabhängige Ratgeber (27.03.2019)

    Equal Pay Day 2019

    Bis zum 22. Februar 2019 haben die Frauen gratis gearbeitet, während Männer für gleichwertige Arbeit bereits seit dem 1. Januar Lohn ausbezahlt bekommen.
     
    Obwohl in Art. 8 Abs. 3 Bundesverfassung klar festgehalten ist, dass Frauen und Männer Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit haben, verdienten Frauen 2016 im privaten Sektor 14,6% weniger als Männer. Im öffentlichen Sektor betrug das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern 12,5%. So die ersten Ergebnisse der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) von 2018.
     
    Besonders junge Leute sind sich der negativen Auswirkungen dieser Lohnlücken nicht bewusst. Durch diese Lohnausfälle können Frauen unter anderem erhebliche Rentenlücken erleiden und schlussendlich ist es der Sozialstaat (und somit alle Steuerzahlende), der diese Lücken wieder ausgleichen muss.
    Es liegt nun an den Unternehmen den Lohngleichheitsanspruch aus Art. 8 Abs. 3 Bundesverfassung endlich anzuerkennen und umzusetzen.
     
    Equal Pay Day ist ein Projekt von Business and Professional Women BPW Switzerland. (22.02.2019)

    Noch 202 Jahre bis zur globalen Gleichstellung am Arbeitsplatz!

    Laut dem aktuellen «World Gender Gap Report» des Weltwirtschaftsforums (Wef) befindet sich die Schweiz in Sachen Gleichstellung im weltweiten Vergleich nur auf Platz 20 von 149. Verloren hat die Schweiz in den letzten Jahren vor allem im Wirtschaftssektor: dort belegt die Schweiz neu nur noch Platz 34. Dies unter anderem wegen eines tiefen Frauenanteils in Managementpositionen und den anhaltend praktisch gleich hohen Lohnunterschieden. Bleiben die bisherigen Entwicklungen gleich, so dauert es laut der Studie des Wef bis zur globalen Gleichstellung am Arbeitsplatz tatsächlich noch 202 Jahre.
     
    Bereits im 2014 hat der Bundesrat festgestellt, dass freiwillige Massnahmen zur Beseitigung der Lohnunterschiede (z.B. der sog. «Lohngleichheitsdialog») nicht zum erhofften Ziel geführt haben und dass weitere Massnahmen angezeigt wären. 2017 hat er deshalb dem eidg. Parlament eine Vorlage zur Verankerung regelmässiger Lohngleichheitsanalysen im Gleichstellungsgesetz vorgelegt. Am 14. Dezember 2018 haben nun National- und Ständerat einer nochmals abgeschwächten Änderung des Gleichstellungsgesetzes zugestimmt. Neu müssen Unternehmen mit mindestens 100 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern alle vier Jahre grundsätzlich eine Lohngleichheitsanalyse vornehmen, welche von einer unabhängigen Stelle überprüft wird. Über das Ergebnis der Lohngleichheitsanalyse werden die Arbeitnehmenden anschliessend in Kenntnis gesetzt. Sanktionen für fehlbare Unternehmen sind keine vorgesehen. (01/2019)

    Prix Courage für die Ärztin Natalie Urwyler

    Die Oberärztin der Anästhesie wehrte sich erfolgreich gegen eine Rachekündigung des Inselspitals Bern. Sie ist erst die zweite Frau, die diesbezüglich vor Gericht Recht bekommen hat. Und die erste, die sich gegen einen grossen Konzern zu wehren wagte. Sie hat sich für die Rechte von Schwangeren und für ihr Recht auf Gleichstellung gewehrt und dabei ihre berufliche Karriere als Ärztin und Forscherin, ihren Ruf und ihr Ansehen riskiert (siehe hierzu das Interview mit Natalie Urwyler). Darüber hinaus ist sie ein enormes finanzielles Risiko eingegangen. Alles Risiken, die die meisten von Geschlechterdiskriminierung Betroffenen davon abhalten, ihre Rechte wahrzunehmen (siehe dazu die neuste Evaluation zum Gleichstellungsgesetz). Für ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit wurde Natalie Urwyler nun mit dem Prix Courage 2018 ausgezeichnet. (11/2018)
     
    Lesen Sie die Urteile sowie die Pressestimmen hier.

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